Donnerstag, 30. Oktober 2014

Technischer Ausschuss: Neue Bauvorhaben – Anwohner kĂŒndigt Klage gegen KindertagesstĂ€tte an


Ladenburg, 08. Juni 2011 (red) Im technischen Ausschuss haben die Mitglieder heute verschiedene Bauvorhaben beraten. FĂŒr Empörung sorgte die schriftliche AnkĂŒndigung eines Anwohners, gerichtlich bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen zu wollen, falls eine KindertagestĂ€tte im Frankenweg realisiert werden solle.

Der technische Ausschuss (TA) hat das Bauvorhaben der Jungbunzlauer Ladenburg GmbH zur Erweiterung des GebĂ€udes fĂŒr die Ester-Herstellung einstimmig genehmigt. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz muss die Kommune zu dem Vorhaben gehört werden.

Es gab keinerlei Unterlagen zum Bauvorhaben. Das Projekt wurde kurz mĂŒndlich vorgetragen, der TA hatte keine Fragen und nahm den Antrag an.

Der Bauantrag zum Ausbau einer Scheune zum Wohnhaus in der Babogasse 4 wurde von TA-Ausschussmitglied Lacknern kritisiert, dass das Fachwerk nicht freigelegt wird. Außerdem sollten die von der Straße aus einsehbaren Fenster als Gauben ausgefĂŒhrt werden. Die Verwaltung verweist auf umfangreiche GesprĂ€che. Eine Zeichnung wurde gezeigt – bei den Unterlagen fehlt diese. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Der Antrag auf Nutzung einer Wohnung in eine KindertagesstÀtte im Frankenweg wurde einstimmig angenommen.
Ein Nachbar hatte ĂŒber einen Anwalt eine unzulĂ€ssige Nutzung bemĂ€ngelt, da es sich um ein reines Wohngebiet handle. Zudem sei die Stellplatzsituation problematisch. Weiter wurden LĂ€rmemissionen durch zusĂ€tzlichen Fahrzeugverkehr und durch die TagesstĂ€tte selbst wurde als Einwand vorgebracht. “Kindergeschrei wĂŒrde die Emissionswerte ĂŒberschreiten.” Der EinwĂ€nder kĂŒndigt an: “Sollte das Vorhaben realisiert werden, werden wir diesen Fall, auf den wir geradezu gewartet haben, verfassungsrechtlich prĂŒfen lassen.”

Stadtrat Peter Hilger erkundigte sich, ob man eine Ausnahmegenehmigung brauche – BĂŒrgermeister Ziegler verneinte das. StadtrĂ€tin Ingrid Dreier sagte: “Es ist wirklich unglaublich, spielende Kinder und deren GerĂ€usche als LĂ€rm zu bezeichnen.” BĂŒrgermeister Ziegler sagte: “KinderlĂ€rm ist Zukunftsmusik, das ist meine Einstellung.” Stadtrat Gerhard Seidel sagte: “Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die als Erwachsene auf die Welt kommen.”

Der neue EigentĂŒmer des Anwehsens in der Nagelschmiedgasse, FlurstĂŒck 200, möchte das “sehr renovierungsbedĂŒrftige GebĂ€ude” modernisieren und drei Gauben einbauen. Der Zustand sei “desolat”.

Da es sich bei dem GebĂ€ude um ein “Kulturdenkmal” handle und das GebĂ€ude in der Gesamtanlage Ladenburg liege und somit im Geltungsbereich der Altstadtsatzung. Eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung sei notwendig und die Auflagen der Unteren Denkmalschutzbehörde einzuhalten.

Stadtbildpfleger Lackner meinte, man solle ĂŒberlegen, ob die Gauben in der geplanten Form erlaubt werden sollten oder nicht etwas flacher auszufĂŒhren sein, weil die DachflĂ€che sehr klein sei und drei große Gauben sind nicht optimal einfĂŒgten. Er bringe diese EinwĂ€nde vor, weil er bei der Besprechung mit der Denkmalbehörde nicht dabei war.

Stadtbaumeister André Rehmsmeier meinte, man könne das GesprĂ€ch nochmals suchen, sei aber froh, “dass ĂŒberhaupt jemand sich gefunden hat, das GebĂ€ude zu sanieren.” BĂŒrgermeister Ziegler schlug aufgrund des Einwands das Thema nochmals zu beraten.

Der Antrag auf die ERstellung eines 2-geschossigen Anbaus an ein Reihenendhaus in der Hirschberger Allee wurde einstimmig angenommen.

Der Antrag auf Umbau und Erweiterung einer Lagerhalle zur abgeschlossenen Lagerung von GerĂ€ten und Werkzeug sowie die Umnutzung ehemaliger Stallungen fĂŒr Bullenmast zu vermieteten LagerflĂ€chen in Neubotzheim wurde bei einer Enthaltung angenommen. Eine GĂŒllesilo solle abgerissen werden.

Stadtrat Dr. Rudolf Lutz wandte ein, ob es planungsrechtliche Probleme geben könnte. BĂŒrgermeister Ziegler wies daraufhin, dass das Landratsamt keine EinwĂ€nde vorgebracht habe. Man habe sich dabei auf § 35 BauGB berufen: “Auf 35 wollen wir uns auch beschrĂ€nken”, sagte BĂŒrgermeister Ziegler.

In der Schriesheimer Straße wurde der Neubau eines Einfamilienhauses gestellt. Dieses solle behindertengerecht ausgefĂŒhrt werden und einen Aufzug haben. Das Haus werde in Massivbauweise erstellt, unterkellert sein und zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss haben. DafĂŒr wurden geringe Überschreitungen von Baugrenzen beantragt. Der TA nahm den Antrag einstimmig an.

FĂŒr einen neuen Schaltschrank, der im wesentlichen die Flutlichtanlage und die Beregnung im Römerstadion steuert, waren bislang 10.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Die Kosten steigen allerdings um 81 Prozent und werden zum Preis von 18.818,66 Euro von der Firma KD-Schaltanlagenbau ĂŒbernommen.

Als BegrĂŒndung fĂŒhrte die Verwaltung an, die Technik sei vorangeschritten und fĂŒr eine sichere Bedienung der Anlage mĂŒsse man den Stand der Technik berĂŒcksichtigen. Stadtrat Seidel wollte wissen, wer die Anlage bedienen darf. BĂŒrgermeister Ziegler sagte: “Wir haben die Vereine angeschrieben, um uns Personen zu nennen, die dies tun sollten. Über Personenkarten können wir kontrollieren, wer wann was bedient hat. Der Personenkreis wird ĂŒberschaubar bleiben.”

Im Anschluss wurde geklĂ€rt, dass der TA bis zu 25.000 Euro als beschließender Ausschuss den Antrag genehmigen kann. Der TA nahm den Antrag einstimmig an.

Im Cronberger Hof konnte bislang nur eine Stunde geparkt werden. Der TA hat eine Anpassung an die Parkzeiten im Rathaus beschlossen. Also kann zukĂŒnftig auch hier zwei Stunden geparkt werden. Damit erhöhe sich fĂŒr Besucher der Stadt die Chance, einen attraktiven altstadtnahen Parkplatz zu finden.

Stadtrat GĂŒnter BlĂ€ĂŸ merkte an, Anwohner in der Schriesheimer Straße hĂ€tten sich beschwert wegen ĂŒberhĂ€ngener Äste. Die Stadt kĂŒndigt an, dass die stadteigenen Pappeln gefĂ€llt und an anderer Stelle ersetzt werden. Über die privaten könne die Verwaltung nichts sagen – Sicherungsmaßnahmen seien privat zu erledigen.

Die Stadt will eine Kraft auf geringfĂŒgiger Basis bechĂ€ftigen, um “Platzwart”-Funktion zu ĂŒbernehmen. Allerdings: “Hier fallen Worte von Leuten, die Missbrauch begehen, die unter aller Sau sind. Das muss”, sagte BĂŒrgermeister Ziegler ĂŒber Erfahrungen mit Fremdnutzern. Es wĂ€re schön, wenn sich eine Kraft finden ließe.

In Sachen Eichenprozessionsspinner seien BĂ€ume abgesperrt worden. Die Stadt hole Angebote ein, um die Raupen zu bekĂ€mpfen. Stadtrat Salinger: “Bei allem Respekt, die Viecher sind gefĂ€hrlich und ich verstehe nicht, dass wir nach genau zwei Wochen keinen Schritt weiter. Das verstehe ich nicht. Das ist nicht akzeptabel.”

Stadtbaumeister Rehmsmeier sagte: “Wir haben zwei Angebote, die sind uns aber zu teuer.” BĂŒrgermeister Ziegler sagte: “Wir haben dort mit Feuer bekĂ€mpft, wo es ging und prĂŒfen jetzt die Angebote, um einen geeigneten Partner zu finden. Hier wird nichts ausgesessen, wenn es um die Gesundheit geht.”

Zur Zeit seien die Raupen im dritten von sechs Raupenstadien – ab dem vierten seien sie besser zu bekĂ€mpfen.

Achtung giftig: Eichenprozessionsspinner in Ladenburg – Feuerwehr bekĂ€mpft die Tiere


Ein Raupennest des Eichenprozessionsspinners. Bild: Stadt Ladenburg

Ladenburg, 23. Mai 2011. (red/pm) Im Stadtgebiet Ladenburg sind rund 30 BĂ€ume vom Eichenprozessionsspinner befallen. Die Feuerwehr wird in SchutzausrĂŒstung die Tiere voraussichtlich morgen bekĂ€mpfen, weil deren Brennhaare beim Kontakt zu heftigen allergischen Reaktionen fĂŒhren können. Allergiker sollten die befallen Gebiete meiden – betroffen sind auch der Waldpark und die Neckarwiese.

Von Hardy Prothmann

Stadtbaumeister André Rehmsmeier sagte auf Anfrage: “Wir haben einige befallene BĂ€ume im Stadtgebiet. Die Feuerwehr sichtet die BĂ€ume heute – fĂŒr morgen ist die BekĂ€mpfung geplant.”

Allergische Reaktion nach Kontakt mit den Brennhaaren des Eichenprozessionsspinners. Bild: wikipedia/Daniel Ullrich, Threedots

Betroffen sind ausschließlich Eichen: Bei den “Drei Kreuzen” hinter dem Römerstadion, vier BĂ€ume im Waldpark, zehn BĂ€ume entlang der Benzstraße und mehrere BĂ€ume an der Neckarwiese und am Kandelbachrundweg.

Der GĂ€rtnermeister sucht zur Zeit alle Eichen auf Befall ab. Die BĂ€ume sind im Baumkataster registriert. Entlang des Stamms werden die Nester aus mehreren hundert Eiern angelegt. Die bis fĂŒnf Zentimer großen Tiere gehen in Gruppen von 20 bis 30 Tieren im “GĂ€nsemarsch” auf Nahrungssuche, daher auch der Name “Prozessionsspinner”. Die Tiere gelten als SchĂ€dling, da sie bei starken Befall so starke FraßschĂ€den anrichten können, dass die BĂ€ume deswegen absterben. (Quelle: Wikipedia)

Man sollte befallene Gebiete meiden. Bislang sind keine FĂ€lle bekannt, bei denen Bewohner mit den Tieren in Kontakt gekommen sind.

Information der Stadt Ladenburg:

“Der Eichenprozessionsspinner ist eigentlich ein ForstschĂ€dling, der bevorzugt Eichen im Wald befĂ€llt. In den vergangenen Jahren registrierten die Fachleute, dass das Insekt aufgrund der heißen Sommer und der gemĂ€ĂŸigten Temperaturen im Winter jedoch auch vermehrt in GrĂŒnanlagen der Innenstadt vorkommt. Die Stadt Ladenburg rĂ€t zur Vorsicht, denn das Insekt kann allergische Reaktionen und AsthmaanfĂ€lle auslösen.

GefÀhrliche Brennhaare

Der wĂ€rmeliebende, eher unscheinbare graubraune Nachtfalter ist an sich harmlos. GefĂ€hrlich wird es nach der zweiten HĂ€utung der auf den Eichen lebenden Raupen. Wenn im April/Mai die BĂ€ume ihre BlĂ€tter bekommen, schlĂŒpfen die rötlichen Raupen aus ihren Eiern. Sie besitzen neben ihren auffĂ€llig langen weißen Haaren auch kurze, kaum sichtbare Brennhaare. Wenn die Brennhaare bei Wind oder BerĂŒhrung abbrechen, können sie bis zu 200 Meter weit durch die Luft getragen werden.

Bei allergischer Reaktion zum Arzt

Sie lösen beim Menschen hÀufig heftige allergische Reaktionen auf der Haut und den SchleimhÀuten aus. So können bei Kontakt mit den Raupenhaaren Hautrötungen mit Schwellungen und Juckreiz und sogar asthmatische AnfÀlle und allergische Schockreaktionen auftreten. Treten diese Symptome auf, dann sollte der Hausarzt konsultiert werden.

Löst heftige Allergien aus - Raupe des Eichenprozessionsspinners. Bild: wikipedia/Accipiter (R. Altenkamp, Berlin)

 

Zudem sollte die Kleidung gewechselt und in der Waschmaschine gewaschen werden, um das Gift zu entfernen.

Der wirksamste Schutz vor den Brennhaaren der Raupen ist es, die betroffenen Gebiete zu meiden. Keinesfalls sollten die Raupen oder ihre Nester berĂŒhrt werden.
Telefonnummer fĂŒr Fragen und Hinweise

FĂŒr Fragen zum Eichenprozessionsspinner und fĂŒr Hinweise auf Standorte befallener Eichen können sich BĂŒrger/innen an den stĂ€dtischen BĂŒrgerservice wenden unter der Telefonnummer 06203/70-105.”