Freitag, 18. Mai 2012

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Mo’Roots: Tolle Live-Party mit Rolf Stahlhofen

Guten Tag!

Ladenburg, 04. November 2010. Rolf Stahlhofen ist nicht einfach nur ein “Special Guest” – er ist ein Soulman, der neue Gäste zu “Mo’Roots” ins Ladenburger Fody’s zieht.

Kein Wunder. Der Mann ist auf der Bühne ein Magnet, der Emotionen verteilt und einfängt. Stahlhofen hat Christoph Melzer mitgebracht, einen großen Gitarristen. Das Schlagzeug bediente Patrick Metzger. Zusammen mit Ray Mahumane an der Gitarre und dem genialen Keyborder Jason Wright hatte Mo’Roots-Chefin Susan Horn einen großartigen Live-Act – auch, wenn manchmal die Technik nicht mitspielte.

Von Anna Ewald

Den 2. November 2010 werde ich nicht so schnell vergessen. Ich bin in Fody’s Fährhaus in Ladenburg. 20:30 Uhr. Der “Laden” füllt sich zusehends mit Gästen.

Wie jeden ersten Dienstag im Monat: Die Live-Music-Session „Mo’Roots“ ist gleich am Start.

“Special-Guest-Party”. Heute: Rolf Stahlhofen.

„Mo’Roots“-Gastgeberin Susan Horn lädt für jedes Event einen anderen Gast ein.

Rolf Stahlhofen singt bei Mo'Roots.

Der Star des Abends ist Rolf Stahlhofen, ein ehemaliger “Sohn Mannheims”, der auch mit der SWR-BigBand schon ein Album aufgenommen hat und mit dem Eurovision-Song-Contest Teilnehmer Max Mutzke eine Band hat und viel rumkommt.

Ich bin nicht nur hier, um einfach gute Live-Musik zu erleben. Ich bin hier, um darüber zu schreiben. Meinen ersten Artikel als Praktikantin beim ladenburgblog.

Erst Bauausschuss, dann Party.

Um 17:00 Uhr hatte ich meinen ersten Termin auf einer Bauausschussitzung in Heddesheim für das heddesheimblog und ehrlich gesagt, war das einerseits besonders, weil neu, aber tatsächlich sehr, sehr langweilig, aber das kann ich mir wohl nicht aussuchen. Da verspricht der Abend spannender zu werden.

Mo’Roots und Rolf Stahlhofen also. Über beide habe ich im Internet recherchiert und Rolf Stahlhofen gleich bei Youtube eingegeben, um einen Vorgeschmack zu bekommen. Das hat mich ernüchtert. Ich bin skeptisch, da das, was ich an Musikvideos gefunden habe, nicht wirklich “mein Fall” ist.

Live-Bühne im Fody's. Rolf Stahlhofen, Susan Horn, Rino Galiano.

Soviel vorab: Meine Erwartungen wurden während des Konzerts bei weitem übertroffen. Denn ich hatte viel Spaß und einen echt schönen Abend mit Musik vom Feinsten.

In der Pause suche ich das Gespräch mit Rolf Stahlhofen. Ein massiger Typ mit rasierter Glatze. Dunkle Klammotten, schwerer Mantel, Mütze.

Mein “Chef”, Hardy Prothmann, hat mich aufgefordert, Rolf Stahlhofen ein paar Fragen zu stellen, die wir vorher “ungefähr” besprochen haben: “Fragen stellen ist erlaubt, obs Anworten gibt, findest du nur heraus, wenn du dir vorher Fragen stellst, die im Gespräch auch andere sein können.” Also gut. Ran an den Mann.

“Stell Fragen, die interessant sind”, ist der Auftrag.

Christoph Melzer: Mitreißender Gitarrist.

Und es funktioniert. Rolf Stahlhofen ist außerordentlich freundlich und gesprächsbereit. Ich will unbedingt wissen, warum er nicht mehr bei den “Söhnen Mannheims” ist: “Frag ihn einfach”, ist der Auftrag.

Ich frage und bekomme als Antwort: “Ich wollte was Neues ausprobieren”, sagt Rolf Stahlhofen. Ich gucke und dann sagt er betont: “Ich werde mich trotzdem nie von ihnen lösen können, denn ich liebe die Jungs.”

Woah. Das klingt ehrlich und direkt.

Und ein wenig später gibt er noch eine “Liebeserklärung” ab, die ich so gar nicht erwartet hätte: “Der Jason ist ein ganz großer Musiker und toller Mensch. Der hat mich ans Mikro gebracht, wie viele andere auch. Dafür bin ich ihm ewig dankbar.”

Jason Wright, der Keyborder von Mo’Roots. Engländer, genialer Musiker, Bandleader und hier vor Ort “einfach nur” ein Mitglied der Band, der einen sensationellen “Bass” spielt. Mit “links”, also der linken Hand.

“Pick up the pieces” – Soulnummer mit philosophischem Charakter.

Soviel Offenheit gefällt mir und dem Publikum. Rolf Stahlhofen ist ein Mensch. Ein spezieller. So wie jeder. Du und ich.

Die “Söhne” sind eine Station gewesen. Seitdem ist Rolf Stahlhofen mit seiner Solokarriere erfolgreich. Was gleich geblieben ist: Er ist ein Bühnenmann, wie die Gäste es bei Fody’s erleben können.

Die Gitarristen Ray Mahumane und Christoph Melzer und der Schlagzeuger Patrick Metzger stimmen die rund 200 Gäste mit der legendären Nummer der Average White BandPick up the pieces” ein und machen damit das Faß auf, das den Abend dominieren wird: Soul. Gefühl. Rhythmus.

Das sorgt sofort für eine gute Stimmung im Publikum. Die gut gelaunte Gastgeberin Susan Horn begrüßt die Stammgäste, die „Regulars“, und heißt neue Fans der Live-Musik willkommen (davon gab es einige, wie ich auf Nachfrage erfahre).

Schon der erste Song, „New York State Of Mind“ (Billy Joel) beweist die Stimmgewalt von Susan Horn und bringt das Publikum zum aufmerksamen Zuhören und Lächeln.

Herzliche Musik.

Dann folgen weitere Songs zusammen mit Rino Galiano bis zur herzlichen Begrüßung von Rolf Stahlhofen auf der Bühne, der mit Susan Horn anscheinend seit langem vertraut ist.

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Unter anderem singt Rolf Stahlhofen seinen Hit „Große Mädchen weinen nicht“, der 2003 in die Single-Charts aufstieg. Er bringt ihn sehr emotianal rüber, das Publikum geht und zu singt mit, was kein Wunder ist, denn während der gesamten Show merkt man: Rolf Stahlhofen ist ein guter Entertainer, der sein Publikum begeistern kann.

Gut 200 Gäste feiern Stahlhofen und Mo'Roots im Fody's.

Er ist ein Mann, der rumkommt. So hat er zum Beispiel sein Studio in Schweden und ist UN-Botschafter. Somit ist auch die englische Sprache kein Problem für ihn und er macht keinen Unterschied zwischen den Sprachen – ich dachte, er singt nur deutsch. Seine eigenen Songs singt er allerdings lieber auf Deutsch, da er die Sprache allmählich beherrsche, wie er mir sagt… :-)

Besonders der Song „Hallelujah“ gefällt mir sehr (ursprünglich von Leonhard Cohen, bekannt geworden durch John Cale), da Rolf Stahlhofen seine gesamten Emotionen hineinsteckt. Das berührt mich. Auch das Publikum geht mit und Kuschelstimmung macht sich breit. Diese schlägt allerdings sofort wieder in Tanzstimmung um, als die nächsten Songs gespielt werden.

Leidenschaft.

Die Musiker spielen mit Leidenschaft und sind spontan. Als es bei dem bekannten Hit „The Lions Sleeps Tonight“, technische Irritationen gibt, “regeln” sie das mit Humor. Christoph Melzer (36) spielt und singt “So Lonely” von Police und irgendwie merkt man, dass er mit dieser Musik “aufgewachsen” ist.

Was mir gefällt, ist die Kommunikation zwischen den Künstlern und dem Publikum, das fleißig mitsingt und Spaß hat.

Die Show ist abwechslungsreich und macht den Gästen sichtlich gute Laune. Und da macht auch die Publikumsgröße keinen Unterschied, wie auch Rolf Stahlhofen im Interview sagte: “Man kann mit einem kleinen Publikum genauso kommunizieren wie mit einem großen.”

Party mit Anteilnahme.

Das merkt man an diesem schönen Abend. Am Ende der Show sitzt fast keiner mehr still und es ist eine tolle Live-Party.

Mit einem gemeinnützigen Hintergrund, denn die Eintrittserlöse, drei Euro pro Person, gehen an das Kinderhospiz Sterntaler e.V. in Mannheim.

Anna Ewald.

Anmerkung der Redaktion:
Wir begrüßen Anna Ewald als neue Praktikantin in der Redaktion. Anna (16) ist Gymnasiastin in Schriesheim und interessiert sich sehr für Politik und Medien und absolviert ein schulbegleitendes Praktikum bei uns. Unsere PraktikantInnen lernen “on the job”. Wir bieten eine theoretische Einführung und eine intensive, praktische Betreuung, um den Beruf “Journalismus” kennenzulernen. Herzlichen Glückwunsch an Anna: Tolle Leistung :-)
Als Praktikantin ist Anna ins “Tagesgeschäft” eingebunden. Nach einer Bauausschusssitzung folgte ein Konzertabend. Am heutigen Donnerstag ist die nächste Station das Polizeirevier Ladenburg, am Samstag folgt eine “Demonstration gegen Pfenning” in Heddesheim. Am Sonntag schreibt Anna über eine Kunstausstellung in Ladenburg. Weitere Termine folgen – im Praktikum lernen junge Menschen bei uns, was Journalismus ist: Handwerk, Öffentlichkeit und verantwortliche Meinung.
Wer Interesse an einem Praktikum hat, kann sich gerne formlos bewerben – allerdings erst ab März 2011 wieder. Vorher sind die Plätze schon ausgebucht.

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