Samstag, 25. Mai 2013

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Jugendgemeinderat verzichtet auf Öffentlichkeit

Strategischer Fehler

Falches Kommunikationsmittel: Eine Website. Der JGR braucht ein Blog - das gibt es fast umsonst.

 

Ladenburg, 07. Mai 2012. (red) Die Entscheidung des Jugendgemeinderats (JGR), die Website abzuschalten, ist falsch. Klar, argumentiert wird mit zu viel Arbeit bei der Pflege der Homepage. Aber dieses Argument zieht nicht, denn angeblich will man kĂŒnftig auf Facebook mehr BeitrĂ€ge online stellen. Ob hier oder woanders gepostet wird, ist egal. Posten ist posten. Einen Unterschied gibt es: Im Internet ist der Zugang fĂŒr alle Menschen zugĂ€nglich, bei Facebook nur fĂŒr Facebook-Nutzer.

Kommentar: Hardy Prothmann

Schade, dass die Jugendlichen schlecht beraten werden oder sich nicht beraten lassen wollen. Das Argument, die Website sei zu teuer und zu kompliziert zu pflegen, gilt nicht. Man kann sich ohne Kosten ein CMS wie WordPress (das auch wir benutzen) aufspielen. Dazu braucht es Serverplatz, den man fĂŒr die Belange eines solchen Blogs mit ungefĂ€hr 2,99 Euro im Monat veranschlagen kann.

Man kann Benutzerrechte einstellen, eine Gruppe von Admins also, Redakteure, Autoren oder nur Abonnenten, die auf das Blog zugreifen können, um dort VerĂ€nderungen vorzunehmen. Ob man nun einen Text bei Facebook postet oder auf einem Blog, macht nicht wirklich einen Unterschied. Ebenso ist das Hochladen von Bildern genau dieselbe Arbeit – nĂ€mlich fast keine.

Was Arbeit macht, ist so ein Blog zu konzeptionieren und mit Inhalten, also Artikel regelmĂ€ĂŸig zu fĂŒllen. DafĂŒr muss man nachdenken, fragen und recherchieren und schließlich einen Text verfassen. Man kann hier Termine eintragen – nicht nur die vom JGR, sondern auch von anderen Angeboten fĂŒr Jugendliche. Man kann andere Jugendliche einladen, als Gastautoren Texte zu verfassen und so ein “Jugend-Blog” fĂŒr Ladenburg erstellen. Man kann – wenn man will.

Das Argument, auf Facebook seien die meisten Jugendlichen, trĂ€gt nur, wenn man ausschließlich Jugendliche interessieren will. Wenn man kein Interesse daran hat, die Eltern und die Ladenburger Bevölkerung – und auch die ĂŒberwiegend Ă€lteren Gemeinderatsmitglieder – mit Informationen zu versorgen, dann kann man so argumentieren. Die stellvertretende BĂŒrgermeisterin Gudrun Ruster wĂŒrde sich interessieren – sie ist aber nicht bei Facebook.

Wenn man sich allerdings eine Website unter einer solchen Adresse einrichtet: http://wp1066576.wp101.webpack.hosteurope.de/lagr/index.php?page=1, dann wollte man schon in der Vergangenheit eher nicht die Öffentlichkeit erreichen. Und auch die Aussage, man habe “Angebote” eingeholt, stimmt nachdenklich: Gibt es tatsĂ€chlich unter Ladenburger SchĂŒlern keine, die technisch ein Blog aufsetzen können? Das wĂ€re ein Armutszeugnis. Und gibt es keine Jugendliche, die ab und an mal einen Beitrag verfassen? Auch das wĂ€re ein Armutszeugnis. Wenn dem so ist – wofĂŒr braucht es dann einen Jugendgemeinderat?

Und statt Angebote einzuholen, kann man auch Fragen stellen. Wir wĂŒrden dem JGR kostenfrei ein Blog aufsetzen und die jungen Leute darĂŒber hinaus konzeptionell beraten. Das Angebot kann der JGR annehmen – wenn er will.

Bis dahin werden Informationen auf der Seite der Stadt Ladenburg eingestellt – na klasse, das klingt selbstbewusst.

 

Moderation von Kommentaren

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  • Nils

    Guten Abend,
    wenn ein Gremium wie der Jugendgemeinderat keine Website hat und nur ĂŒber Facebook im Internet Öffentlichkeitsarbeit betreibt ist es unbrauchbar? “wofĂŒr braucht es dann einen Jugendgemeinderat?” Ganz einfach: FĂŒr die Jugend in Ladenburg. Zwar ist es heute nicht mehr zu teuer eine Website, einen Blog etc. zu betreiben, (im Gegenteil
 wie man damit Geld macht wissen Sie bestimmt ziemlich gut) aber es ist ein Verwaltungsaufwand. Denn hier und da einen Beitrag schreiben reicht nicht. WordPress ist dann nicht fĂŒr alle 100%ig verstĂ€ndlich und auch da muss sich in die Materie eingearbeitet werden. Und was Sie natĂŒrlich auch ganz vergessen haben: Im Jugendgemeinderat sitzen Jugendliche, die diese TĂ€tigkeit ehrenamtlich ausfĂŒhren. Sie tun dies zwischen Abitur, Schulleistungsdruck und den anderen Dingen im Leben die jeder Mensch zu bewĂ€ltigen hat.
    Weite sagen sie, dass ohne die Website Gemeinderatsmitglieder nicht ĂŒber TĂ€tigkeiten des JGR informiert werden. Soweit ich das richtig verstanden habe, finden Sitzungen mit Gemeinderat und Jugendgemeinderat statt. Also wenn das nicht eine prima Gelegenheit ist sich auszutauschen, dann weiß ich auch nicht weiter.
    Ich bin zwar nicht im JGR, aber ich kann mir vorstellen, dass der JGR auf Ihre“ konzeptionelle Beratung“ verzichten kann. Das wĂ€re dann das wahre Armutszeugnis. Ohnehin sind bestimmt einige um einiges geschickter in WordPress, HTML, CSS, php und co. als sie glauben. UnterschĂ€tzen sie nicht die Jugend!

  • http://www.spreadly.com Marco Ripanti

    Ein interessanter, aber nicht unbedingt nachvollziehbarer Schritt. Gleich welchen Schritt man geht, er sollte von Anfang bis Ende gegangen werden. Auf den ersten Blick wird klar, dass der Versuch mit der eigenen Webseite grĂŒndlich daneben gegangen ist.

    Angefangen von der Wahl der “Domain”, ĂŒber das richtige CMS, bis hin zur Struktur und den Inhalten der Webseite. Sicher kann man geteilter Meinung sein ĂŒber die Art und Weise, wie sich ein Jugendgemeinderat prĂ€sentieren sollte … so auf jeden Fall nicht!

    Die Flucht zu Facebook erscheint mir an dieser Stelle wie eine Ausrede. Sicher sind viele Jugendliche heute bei Facebook, doch die sind mit Sicherheit dann auch im Internet und somit wĂ€ren die auch fĂŒr einen eigenen Auftritt zu gewinnen.

    Geht man nun diesen Schritt vor dem Hintergrund “da sind doch alle!”, muss man konsequenter Weisen “alle!” auch dort erreichen wollen. Dies bedeutet schalten von Anzeigen in den Zielgruppen. AktivitĂ€ten auf entsprechend andere Seiten. Kommunikation der FB-Url (und zwar richtig .. der Link auf der alten Seite ist falsch und der Hinweise auf die entsprechende Suche zeigt das man FB nicht verstanden hat). Bindung der Jugendlichen an die Page dort ĂŒber Apps etc ….

    Wie man sieht, ist der Schritt zu Facebook keine Lösung um Zeit (= Kosten) zu sparen.

    Ganz davon abgesehen, bleibt noch immer das Thema Kontrollverlust. Über Nacht kann bei einem Unternehmen wie Facebook alles anders sein … und dann?

    Facebook ist KEINE Alternative, sondern ein Werkzeug um den eigenen Auftritt im Netz bekannt und attraktiver zu machen.

    GrĂŒĂŸe
    Marco Ripanti

  • derinformatiker

    Nur zur info:
    http://www.jgr-ladenburg.de

    ist die Adresse unter der die Webseite des Jugendgemeinderats lÀuft.