
Falches Kommunikationsmittel: Eine Website. Der JGR braucht ein Blog - das gibt es fast umsonst.
Ladenburg, 07. Mai 2012. (red) Die Entscheidung des Jugendgemeinderats (JGR), die Website abzuschalten, ist falsch. Klar, argumentiert wird mit zu viel Arbeit bei der Pflege der Homepage. Aber dieses Argument zieht nicht, denn angeblich will man kĂŒnftig auf Facebook mehr BeitrĂ€ge online stellen. Ob hier oder woanders gepostet wird, ist egal. Posten ist posten. Einen Unterschied gibt es: Im Internet ist der Zugang fĂŒr alle Menschen zugĂ€nglich, bei Facebook nur fĂŒr Facebook-Nutzer.
Kommentar: Hardy Prothmann
Schade, dass die Jugendlichen schlecht beraten werden oder sich nicht beraten lassen wollen. Das Argument, die Website sei zu teuer und zu kompliziert zu pflegen, gilt nicht. Man kann sich ohne Kosten ein CMS wie WordPress (das auch wir benutzen) aufspielen. Dazu braucht es Serverplatz, den man fĂŒr die Belange eines solchen Blogs mit ungefĂ€hr 2,99 Euro im Monat veranschlagen kann.
Man kann Benutzerrechte einstellen, eine Gruppe von Admins also, Redakteure, Autoren oder nur Abonnenten, die auf das Blog zugreifen können, um dort VerĂ€nderungen vorzunehmen. Ob man nun einen Text bei Facebook postet oder auf einem Blog, macht nicht wirklich einen Unterschied. Ebenso ist das Hochladen von Bildern genau dieselbe Arbeit – nĂ€mlich fast keine.
Was Arbeit macht, ist so ein Blog zu konzeptionieren und mit Inhalten, also Artikel regelmĂ€Ăig zu fĂŒllen. DafĂŒr muss man nachdenken, fragen und recherchieren und schlieĂlich einen Text verfassen. Man kann hier Termine eintragen – nicht nur die vom JGR, sondern auch von anderen Angeboten fĂŒr Jugendliche. Man kann andere Jugendliche einladen, als Gastautoren Texte zu verfassen und so ein “Jugend-Blog” fĂŒr Ladenburg erstellen. Man kann – wenn man will.
Das Argument, auf Facebook seien die meisten Jugendlichen, trĂ€gt nur, wenn man ausschlieĂlich Jugendliche interessieren will. Wenn man kein Interesse daran hat, die Eltern und die Ladenburger Bevölkerung – und auch die ĂŒberwiegend Ă€lteren Gemeinderatsmitglieder – mit Informationen zu versorgen, dann kann man so argumentieren. Die stellvertretende BĂŒrgermeisterin Gudrun Ruster wĂŒrde sich interessieren – sie ist aber nicht bei Facebook.
Wenn man sich allerdings eine Website unter einer solchen Adresse einrichtet: http://wp1066576.wp101.webpack.hosteurope.de/lagr/index.php?page=1, dann wollte man schon in der Vergangenheit eher nicht die Ăffentlichkeit erreichen. Und auch die Aussage, man habe “Angebote” eingeholt, stimmt nachdenklich: Gibt es tatsĂ€chlich unter Ladenburger SchĂŒlern keine, die technisch ein Blog aufsetzen können? Das wĂ€re ein Armutszeugnis. Und gibt es keine Jugendliche, die ab und an mal einen Beitrag verfassen? Auch das wĂ€re ein Armutszeugnis. Wenn dem so ist – wofĂŒr braucht es dann einen Jugendgemeinderat?
Und statt Angebote einzuholen, kann man auch Fragen stellen. Wir wĂŒrden dem JGR kostenfrei ein Blog aufsetzen und die jungen Leute darĂŒber hinaus konzeptionell beraten. Das Angebot kann der JGR annehmen – wenn er will.
Bis dahin werden Informationen auf der Seite der Stadt Ladenburg eingestellt – na klasse, das klingt selbstbewusst.















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